Im Interview mit der Stadtbauleitung Northeim

Aktive Stadt- und Ortsteilzentren – das Programm der Städtebauförderung

Margarita Cajkin, Leiterin der Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz und Lars Bredemeier, ­städische Bauamtsleiter haben einen klarem Blick auf Northeims Zukunft.

 Was sind die Visionen für Northeims Stadtplanung? Welche Besonderheiten bietet die Fünfeck-Stadt und was sind die Prioritäten und Projekte in 2017?
Im Northeimer Rathaus weht frischer Wind, zum Teil lange vakante Stellen wurden besetzt. Ob der städtische Bauamtsleiter Lars Bredemeier, der die städtebauliche Entwicklung vorantreiben möchte, die Leiterin der Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz Margarita Cajkin, die als Architektin jahrelange Erfahrung hat oder der neue Stadt- und Regionalplaner Christian Gebehenne, der das dritte neue Gesicht in der Bauabteilung des Rathauses bildet – gemeinsam Visionen entwickeln, die Anforderungen der Zukunft bedenken und jedes Projekt individuell mit Kompromissen vereinbaren so das Credo der Neubesetzung. Selbstverständlich ist es nicht einfach in leere Fußstapfen zu treten, das Tagesgeschäft muss weiterlaufen und ressourcenbedingt gehen die Dinge langsamer. Aber voller Zuversicht, Ideen und Elan haben die „Neuen“ ihren Posten bei der Stadt Northeim angetreten.

Lars Bredemeier und
Margarita Cajkin im
Gespräch mit 
FünfeckSPUEREN
Nachdem die ersten Wochen mit dem Sammeln von Informationen sowie der IST-Stand Evaluierung verstrichen sind, konnte das neue Team sofort feststellen, dass sie ein gutes Gespann bilden. „Wir sind unvoreingenommen und offen, ohne den Altlastenberg aus den Augen zu verlieren. Wir haben einen festen klaren Blick auf die Dinge und ergänzen uns hier ,gut.“ so Lars Bredemeier über die Kollegen. Die gemeinsamen Wünsche für den Bereich der Stadtentwicklung liegen nicht nur in der transparenteren Bürgerinformation und Beteiligung, sondern auch hausintern, so kann man Kritik minimieren, neue Prozesse anschieben und neue Strukturen entstehen lassen so Bredemeiers Gefühl.

Wichtig sei es komplizierte Sachverhalte der Politik der Stadt so zu erklären, dass Projekte realisierbar werden und sich alle einbezogen fühlen. Beispielsweise die Interessengemeinschaft Einzelhandel, das Stadtmarketing – gemeinsam wieder den Elan bekommen in Northeim etwas zu schaffen und Hoffnung haben auf eine positive Stadtenwicklung. Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligungsverfahren wären hier ein Rezeptvorschlag. Ebenfalls dienen die regelmäßigen Arbeitsgruppentreffen der Fünfeck-Städte als Plattform des gegenseitigen Austausches. Wie andere Dinge angehen kann immer eine gute Basis sein. „Wir sind gerade in den Anfängen ein neues Industriegebiet zu entwickeln, damit bestehende örtliche Firmen und Betriebe die Möglichkeiten sich zu erweitern haben und uns so erhalten bleiben, auch neue Betriebe sollen sich in Northeim ansiedeln können.“ so Frau Cajkin.
Wie gerufen kommt das Förderprogramm des Bundesbauministeriums „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren – das Zentrenprogramm der Städtebauförderung“. Die Aufnahme der Stadt Northeim wurde durch das Land Niedersachsen nun bestätigt und gleichzeitig auch bekannt gegeben, dass trotz der mehrfachen Überzeichnung dieses Förderprogrammes, wodurch nicht alle Antragsteller aufgenommen werden können bzw. es zwangsläufig zu Kürzungen der beantragten Fördermittel kommt, für die Stadt Northeim bereits im Programmjahr 2017 541.000 Euro Fördermittel zur Verfügung stehen sollen. Dieser Betrag entspricht der vollen Höhe der von der Stadt beantragten Fördermittel für das erste Programmjahr 2017 und ist nicht zuletzt das Ergebnis des kontinuierlichen Austausches der Stadtverwaltung mit dem Sozialministerium und dem Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) im Programmaufnahmeverfahren. Der Erfolg der Aufnahme in das Förderprogramm, der angesichts der vorhandenen gravierenden städtebaulichen Missstände (insbesondere der umfangreiche Leerstand) einen großen Schritt zur zukunftsfähigen Entwicklung der Innenstadt darstellt, ist somit das Ergebnis der kooperativen Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung der Stadt sowie dem Sozialministerium und dem ArL.
Da die Fördermittel zu gleichen Teilen vom Land Niedersachsen und vom Bund zur Verfügung gestellt werden, ist die Zustimmung des Bundes noch erforderlich und wird voraussichtlich in den Sommermonaten dieses Jahres zu erwarten sein. Der aus den vorbereitenden Untersuchungen (VU) im Bereich der Innenstadt entwickelte Maßnahmenplan sieht ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 25 Mio. Euro über einen Zeitraum von ca. zwölf Jahren vor. Die nächsten Schritte bestehen u.a. aus der Anmeldung der für 2018 vorgesehenen Maßnahmen, der Aufstellung einer Sanierungssatzung, der Ausschreibung für einen Sanierungsträger, die noch vor den Sommerferien erfolgen soll, und der Bildung der Steuerungsgremien, so dass dann 2018 mit einer Auftaktveranstaltung die Innenstadtsanierung auch für den Bürger sichtbar beginnen kann. Bei der Verwaltung wurde bereits eine Projektgruppe zur Steuerung der Aufgaben eingerichtet.