Abitur und mehr

Das Pädagogium stellt sich der Berufsorientierung

„Mädchen sind schwer auf Draht“ – unter diesem Motto lädt der MINT-Arbeitskreis im (ehemaligen) Landkreis Osterode jedes Jahr in der Adventszeit Schülerinnen der 8. Klassen zum Löten von Weihnachtsschmuck in Mitgliedsbetriebe ein. Ziel ist es, Mädchen für technische Berufe zu begeistern. Das Pädagogium folgte der Einladung von Piller nach Osterode in die Lehrlingswerkstatt. Dort wurden die Schülerinnen zusammen mit Mädchen der OBS Badenhausen in grundlegende Techniken eingewiesen. Auch das zu verarbeitende Kupferkabel musste selbst gehärtet werden (s. Foto). Der Lohn waren selbstgemachte Sterne und Weihnachtsfiguren, mit denen man die Familie erfreuen konnte.

Berufsorientierung ab Klasse 5
Das niedersächsische Kultusministerium hat in den letzten Jahren viel Energie in eine Modernisierung der Berufsorientierung gesteckt, insbesondere am Gymnasium.

Parallel zur Vorbereitung auf das Abitur muss es auch eine gründliche Hinführung zu Berufsbildern und den dazugehörigen schulischen und persönlichen Voraussetzungen geben. Nur so kann die persönliche Entscheidung für einen interessanten und zukunftsträchtigen Beruf gefördert werden.
Ab Klasse 5 bietet der „Zukunftstag“ Gelegenheit, z. B. Vater oder Mutter zur Arbeit zu begleiten. Später schließen sich Module zur Kompetenzerkennung an: Welche persönlichen Neigungen und Fähigkeiten habe ich? Am Pädagogium Bad Sachsa wird in Klasse 10 ein 20-stündiges Sozialpraktikum durchgeführt, das in den Fächern Religion oder Werte und Normen vor-
und nachbereitet wird. Hierzu suchen die Schülerinnen und Schüler z. B. Kindergärten oder Seniorenheime auf. Das verbindliche Betriebspraktikum folgt erst im 11. Jahrgang und der Schwerpunkt zum Kennenlernen universitärer Bildungsgänge liegt ebenfalls in der Oberstufe.

Durch seine langjährige Mitgliedschaft im MINT-Arbeitskreis stehen auch dem Pädagogium viele Möglichkeiten offen, z. B. Betriebserkundungen durchzuführen, Berufe auf regionalen Messe wie „Berufe live“ kennenzulernen oder eben Schülerinnen zu ausgefallenen Projekten wie dem oben näher beschriebenen Löten zu schicken. Übrigens sind die Jungen dann oft neidisch, dass sie nicht mitdürfen – mit Recht!

Und wenn man viel Glück hat, kommt auch der Informationstruck der Metall- und Elektroindustrie für zwei Tage nach Bad Sachsa. Neben allgemeinen Informationen zu Bewerbungsverfahren und Aufstiegschancen kann man an mehreren Stationen auch typische Aufgabenstellungen aus diesen Berufsfeldern kennenlernen.
Bei durchgängiger Zweizügigkeit mit gut 300 Schülerinnen und Schülern besteht in den relativ kleinen Klassen eine enge Vernetzung zwischen Eltern, Lehrern und Kindern. Neigungen werden frühzeitig erkannt und gefördert, sowohl im schulischen Bereich als auch bei sportlichen, musischen oder technischen Interessen. So steht die Experimentier-AG gerade den Jugendlichen der 5. und 6. Klassen offen. Im musikalischen Bereich nehmen ca. 20 Prozent der Jugendlichen an der Bläserklasse teil, dem Chor oder der Bigband.
Individuelle Schnuppertage können nach Absprache wahrgenommen werden.