Aus Bad Sooden-Allendorf nach China

Auch Studierende reisen wie die Weltmeister

Es ist Reisezeit im Land der Reiseweltmeister. Viele junge Menschen überlegen, ob Reise- und interkulturelles Projektmanagement nicht auch ein Beruf für sie wäre. Die Bedeutung der Branche ist groß: Rund jede/r 14. Arbeitnehmer/-in in Deutschland ist direkt im Tourismus tätig. Der Tourismus trägt insgesamt zu rund 10 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung der deutschen Volkswirtschaft bei. Nun ändern sich die Zeiten und somit auch die touristischen Ziele und Inhalte – auch im Werra-Meißner Kreis. 

Dies hat Auswirkungen auf die Ausbildung. Das Studium an der DIPLOMA Hochschule wurde weiterentwickelt, beispielweise im Praxismodul „Praktikum in der Tourismus- und Eventbranche“ sowie in der internationalen Ausrichtung. Studierende lernen intensiv Englisch, aber auch Spanisch und Chinesisch. Das Erlernen von Sprachen sowie praktische und eigene interkulturelle Erfahrungen sind für ein Verständnis der anderen Kulturen besonders wichtig.

Die erste Studienreise der DIPLOMA Hochschule nach China fand Ende Mai 2018 statt – pünktlich zum 20jährigen Jubiläum der Hochschulgründung. Die Reise wurde vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (daad) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die Förderung bringt für die Studierenden erhebliche finanzielle Vorteile und „adelt“ auch den Veranstalter, denn die Unterstützung ist an strenge, inhaltliche Kriterien gebunden. Weiterhin unterstützten das Lufthansa City Center und das chinesische Reiseunternehmen Letoo die Reise.
An der Studienreise nahmen virtuell Studierende aus ganz Deutschland und Präsenzstudierende aus Bad Sooden-Allendorf und Umgebung teil. Zusammen mit chinesischen Studierenden von Partnerhochschulen aus Peking und Taiyuan waren sie 14 Tage unterwegs. Ihre Reise führte sie auf rund 3.000 Kilometer von Peking über die Shanxi-Provinz bis nach Xi’an – der alten Hauptstadt vergangener Dynastien. Neben berühmten Weltkulturerbestätten lernten die Teilnehmer/-innen die traditionellen und modernen Denk- und Lebensarten kennen. Dazu gehörten Fakten zur Event- und Tourismusentwicklung aber auch Themen wie Scherenschnitte, Thai Chi, Meditation, Trekking und Esskultur.

Jagd auf das Logo 

Die Grafik-Design Studierenden der DIPLOMA haben das Logo der Reise zusammen mit den chinesischen Studierenden entwickelt. Die Idee war, die neue Seidenstraße als Verbindung für neue Handels- und Bildungswege in den Fokus zu rücken. Das Logo wurde auch grafisch, beispielsweise. auf T-Shirts und einem Banner für die Reise, umgesetzt. Ein gemeinsames Gruppenbild sollte vor dem Olympiastadion, dem „Vogelnest“, in Peking stattfinden.

Die Sicherheitskräfte unterbanden ein Foto mit der Reisegruppe und Banner. Zu groß war die Sorge, dass damit eine politische Aussage und Demonstration verbunden sein könnte. Deshalb entschied sich die Gruppe für eine alternative „Foto-Strategie“, bei der das Banner erst im letzten Moment, kurz vor der Aufnahme des Gruppenbildes, entrollt und gezeigt wurde. Das funktionierte gut.

Ein Fernsehauftritt
und was sonst noch bleibt
Wie wichtig der Austausch und die Entwicklung des Tourismus für die chinesische Seite ist, zeigte sich in der Berichterstattung. Ein Fernsehteam von China News Service – der zweitgrößten staatlichen Nachrichtenagentur – begleitete einen Tag lang die deutsch-chinesischen Studierenden und sendete einen Beitrag dazu, der auch international abrufbar ist. „China ist der weltweit wichtigste Tourismusmarkt für Auslandsreisen. 2016 lagen die Tourismusausgaben der Chinesen im Ausland doppelt so hoch wie die von US-amerikanischen Touristen. Deswegen ist das Interesse an der Tourismusentwicklung so groß“, meint Prof. Dr. Stefan Siehl, der Organisator der Reise und Studiendekan für Tourismusmanagement (B.A.).
Für die Studierenden bleiben unvergessliche Erfahrungen, tiefe Einblicke in die jeweilig andere Kultur und der Wille zu einem weiteren Austausch. Zum Abschied am Flughafen floss so manche Träne und es gab das feste Versprechen, sich wiederzusehen.