Systematische Bestanderfassung in Northeim und Osterode

Bauforscher erfasst Fachwerkbestand

Von Juliane Hofmann

© Fachwerk-Fünfeck: Bauhistoriker Frank Högg ist zu Kartierungszwecken unterwegs in den Altstädten von Northeim und Osterode.

Seit Ende März erfasst Bauforscher Frank Högg in Northeim und Osterode am Harz alle Fachwerkgebäude innerhalb der historischen Stadtmauern und ordnet sie nach verschiedenen Kriterien in ihre Bauepoche ein. Dazu wurde er vom Projekt Fachwerk-Fünfeck beauftragt. 

Der Bauhistoriker Frank Högg fotografiert und kartiert die Merkmale der Konstruktion, Bauweise und Schnitzwerk sowie Inschriften und Handwerkerzeichen, die sogenannten Abbundzeichen. Alle Daten werden in einer Tabelle gesammelt und stehen später den Denkmalbehörden, den städtischen Verwaltungen wie auch den Hausbesitzern zur Verfügung. Sie geben Aufschluss über Baualter und Baustil sowie über lokale Besonderheiten, wie etwa die bevorzugten Baumaterialien oder aus der Lebensweise abgeleitete Bauformen. Das Projekt hofft so, einen Schritt auf dem wissenschaftlichen Weg der Bauforschung zu gehen und einige Fragen in Ansätzen zu beantworten, wie sich etwa Baustil und Konstruktion aus dem Leben und den Ressourcen der Erbauer ergeben hat.

Für die Bürger und Hauseigentümer kommt durch die professionelle Kartierung und Einordnung die oft wechselhafte und spannende Baugeschichte der einzelnen Gebäude ans Licht. Für diese Erhebungen in Northeim und Osterode betrachtet Högg die Häuser nur im von außen sichtbaren Bereich. Ziel ist es außerdem, am Ende einen Baualtersplan für die Gebäude der Altstädte zu erhalten.
Frank Högg ist Bauingenieur aus Wasserleben bei Wernigerode und spezialisiert auf die Untersuchung und Bewertung von Fachwerkgebäuden. Umfangreiche Studien hat er bereits in Quedlinburg und Wernigerode durchgeführt.

Das Projekt Fachwerk-Fünfeck erhält durch die Arbeit von Frank Högg tiefgehende Informationen aus dem baukulturellen Bereich für Northeim und Osterode am Harz. Für die Städte Duderstadt und Einbeck wurden bereits durch die Arbeit des Landesdenkmalamtes umfangreiche Daten erhoben, die vor der Veröffentlichung stehen. Hann. Münden wurde im Rahmen einer Hospitanz der hessischen Landesdenkmalbehörde erfasst. Damit wird es möglich, Baualterspläne aller fünf Städte zu erstellen.