Baugeschichte kommt ans Licht

Bauforscher Frank Högg schließt Fassadenanalysen ab

Viele Wochen spannender Arbeit liegen hinter dem Bauforscher Frank Högg, der vom Projekt Fachwerk-Fünfeck beauftragt wurde eine Fachwerkfassadenanalyse in Northeim und Osterode durchzuführen.
Die noch sichtbaren Fachwerkfassaden innerhalb der historischen Stadtmauern in den beiden Städten wurden von ihm erfasst, Straßenfassaden fotografiert, die unterschiedlichen Bauweisen analysiert und bauzeitlich eingereiht. Besonders die
Konstruktionsdetails und Schmuckformen führen zum tieferen Verständnis der Geschichte und zum Erscheinungsbild unserer historischen Stadtkerne.
Nun kann mit dieser Fachwerkfassadenanalyse eine epochale Einordnung der Fachwerkhäuser in Northeim und Osterode stattfinden.
Alle Daten werden in einer Tabelle gesammelt und stehen später den Denkmalbehörden, den städtischen Verwaltungen wie auch den Hausbesitzern zur Verfügung. Sie geben Aufschluss über Baualter und Baustil sowie über lokale Besonderheiten, wie etwa die bevorzugten Baumaterialien oder aus der Lebensweise abgeleitete Bauformen.
Das Projekt hofft so, einen Schritt auf dem wissenschaftlichen Weg der Bauforschung zu gehen und einige Fragen in Ansätzen zu beantworten, wie sich etwa Baustil und Konstruktion aus dem Leben und den Ressourcen der Erbauer ergeben hat.
Für die Bürger und Hauseigentümer kommt durch die professionelle Kartierung und Einordnung die oft wechselhafte und spannende Baugeschichte der einzelnen Gebäude ans Licht. Ziel ist es außerdem, am Ende einen Baualtersplan für die Gebäude der Altstädte zu erhalten.

Frank Högg ist Bauingenieur aus Wasserleben bei Wernigerode und spezialisiert auf die Untersuchung und Bewertung von Fachwerkgebäuden. Umfangreiche Studien hat er bereits in Quedlinburg und Wernigerode durchgeführt.
Das Projekt Fachwerk-Fünfeck erhält durch die Arbeit von Frank Högg tiefgehende Informationen aus dem baukulturellen Bereich für Northeim und Osterode am Harz. Für die Städte Duderstadt und Einbeck wurden bereits durch die Arbeit des Landesdenkmalamtes umfangreiche Daten erhoben, die vor der Veröffentlichung stehen. Hann. Münden wurde im Rahmen einer Hospitanz der hessischen Landesdenkmalbehörde erfasst. Damit wird es möglich, Baualterspläne aller fünf Städte zu erstellen.