30 Jahre lang wartete das Fachwerkhaus am Entenmarkt auf Revitalisierung

Das schiefe Haus von Northeim glänzt wieder

Das schiefe Haus von Northeim am Entenmarkt. Fotos: N. Schachtschneider
Das schiefe Haus von Northeim am Entenmarkt. Fotos: N. Schachtschneider

Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Leine-Solling investierte 400.000 Euro zum Erhalt des historischen Fachwerkhauses am Northeimer Entenmarkt. Nina Schachtschneider, Architektin des Kirchenkreises Leine-Solling, war eine der „Retterinnen“ des Hauses. In guter Kooperation mit dem Denkmalschutz stemmte sie das Projekt mit ausschließlich regionalen Handwerkern und eines der bekanntesten Northeimer Denkmäler konnte revitalisiert werden.

Verfaulte Schwellen brachten das 237 Jahre alte Gebäude in Schieflage, Gefache waren lose, die Außenwände neigten sich zehn Zentimeter zur Seite, die Balken stießen auf die Grundmauer und wurden bei Regenwetter gewässert, Schwamm war die Folge. Viel Können wurde eingesetzt, um das alte Haus zu retten. Alle Schwellhölzer wurden ausgetauscht, die Schwelle untermauert.entenmarkt3 Mit Einblasdämmung ausgerüstete Außenwände sowie das Dach, mehrflügelige Holzfenster mit hohem Dämmwert zieren und schützen nun das Haus. Mineralische Farben und Leinölfarben lassen es atmen und wieder leben. In dem liebenswerten Schmuckstück der Altstadt sind das Büro, ein Konferenzraum sowie die Dienstwohnung für das Superintendenten-Paar Stephanie und Jan von Lingen, entstanden.

Fünfeck.SPUeREN hat nachgefragt, wie es sich im Entenmarkt 2 wohnt. „Seit neun Monaten wohnen und arbeiten wir in dem sanierten Altbau. Die Zeiten, in denen das frühere Pfarrhaus (erbaut 1779) im Winter zeitweise mehrere Wasserrohrbrüche zu beklagen hatte, sind vorbei. Die neuen Fenster und die Wärmedämmung der Außen- bzw. Innenwände sorgen heute für ein warmes entenmarkt1Raumgefühl, es lebt sich fast wie in einem Neubau. Für eine behagliche Note sorgen auch die freistehenden Balken des alten Ständerwerks in mehreren Räumen. Viele Balken sind noch älter als das Haus und stammen bereits von früheren Fachwerkhäusern. Wir wohnen mit viel(en) Geschichte(n), schiefen Fußböden und knarrenden Dielen – aber warm! Das frühere Pfarrhaus ist nicht nur von außen eine Augenweide, es lebt sich gut in ihren Mauern.

Stephanie und Jan von Lingen, Superintendenten im Kirchenkreis Leine-Solling.