Duderstadt´s Schlüsselprojekt „Bauen im Bestand“

…denn es gehört Mut zum Sanieren

Bürgermeisterinnen- /Bürgermeistertreffen in Duderstadt für interkommunale Zusammenarbeit der Städte Einbeck, Hann. Münden, Northeim, Osterode und Duderstadt. Foto (v. l.): Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser (Northeim), Bürgermeister Wolfgang Nolte (Duderstadt), Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (Einbeck), Bürgermeister Klaus Becker (Osterode) und Bürgermeister Harald Wegener (Hann. Münden).
Foto: Niklas Richter

Im Jahre 2012, nach 18 förderfreien Jahren, sind in Duderstadt die Areale innerhalb des Walls endlich in den Luxus der Städtebauförderung gekommen. Jährlich sind rund 600.000 Euro Förderung möglich, jeweils ein Drittel von Bund, Land und Stadt. Jeder, der eine Sanierung plant, sollte sich beraten lassen und einen Förderantrag stellen. Es gilt als DIE Chance, einzigartige Baukultur in Duderstadt zu bewahren. Immerhin liegen 450 Gebäude innerhalb des Sanierungsgebietes und Bauherren, die Fachwerkhäuser saniert haben, erleben Anerkennungskultur.
Bürgermeister Wolfgang Nolte im Gespräch mit Fachwerk.SPUeREN

Fachwerk.SPUeREN: Duderstadt ist Vorreiter im Fachwerk-Fünfeck, was das Wertschätzen der Sanierer angeht. Wie ist die Idee der Besuche entstanden?
Wolfgang Nolte: Unsere Fachwerkstädte haben nur Zukunft, wenn die Hauseigentümer, die Mieter und Pächter, Wohnungsbaugesellschaften, die Sparkassen und Volksbanken sowie die Kommunen und evtl. Förderkreise eng und partnerschaftlich kooperieren. Dies wird in Duderstadt seit vielen Jahren gelebt.

Fachwerk.SPUeREN: Wie viele Bürger/Sanierer haben Sie in den letzten zehn Jahren, seitdem die Reihe „Bauen im Bestand“ ins Leben gerufen wurde, besucht? Was war der „spannendste“ Besuch?
Wolfgang Nolte: Gemeinsam mit dem Ortsbürgermeister, einem Vertreter unseres Förderkreises für Stadtbild- und Denkmalpflege sowie der zuständigen Mitarbeiterin, unserer Bauverwaltung haben wir in der letzten Dekade im Durchschnitt üblich 2-3 Besuchstage mit je 2-3 Besuchen absolviert. Die Reihe „Bauen im Bestand“ ist für uns gelebte Bestandspflege, Anerkennungskultur und Beitrag zur Stadtentwicklung von morgen. Für fast alle Eigentümer/Mieter/Pächter ist unser Besuch emotional mindestens gleichbedeutend mit einer finanziellen Förderung. Eine angemessene Pressebegleitung unterstreicht diese Aussage.

Fachwerk.SPUeREN: Was schätzen Sie am Fachwerk?
Wolfgang Nolte: Fachwerk ist gelebte Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Fachwerk ist nachhaltig und attraktiv. Fachwerk ist für uns im Ensemble auch Erlebnisraum, touristische und wirtschaftliche Zukunft. Das Fachwerk-Fünfeck in der AG der historischen Fachwerkstädte und an der Deutschen Fachwerkstraße kraftvoll zu entwickeln, ist insofern Herausforderung und Chance. Insbesondere auch vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und unseres Zieles, Weltkulturerbe zu werden.

Fachwerk.SPUeREN: Haben Sie selbst schon ein Fachwerkhaus saniert?
Wolfgang Nolte: Nein. Wir haben im dörflichen Bereich das „massive Elternhaus“ übernommen und saniert. Dabei aber selbstverständlich auf bestimmte Charakteristika, wie Holz-Sprossen-Fenster und Ton- Dachziegel geachtet.

Fachwerk.SPUeREN: Was würde Sie jedem der sanieren möchte sagen wollen?
Wolfgang Nolte: Lass Dich von einem guten Architekten/ Handwerkmeister sowie von der örtlichen Bauverwaltung intensiv beraten. Prüf die steuerlichen und sonstigen Fördermöglichkeiten. Plane eine solide Finanzierung und geh mit Herz und Verstand ans Werk. Ich bin begeistert, wie viele Partner sich bei uns in Duderstadt so auf den Weg machen. Wir spüren und sehen die positive Nachfrage und Gesamtentwicklung. „Bauen im Bestand“ hat sicher hierzu beigetragen. Wir werden deshalb unseren „Duderstädter Weg“ kraftvoll und zielstrebig weitergehen.

Wir danken Ihnen für das Gespräch, Herr Nolte!