Denkmalschutz trifft auf Moderne

Die Umbauarbeiten an dem Erlebnis- und Ausstellungspark PS.Speicher in Einbeck

Bildschirmfoto 2016-07-19 um 11.46.13Im 17. Jahrhundert gehörte das im Königreich Hannover gelegene Einbeck zu den wichtigsten Knotenpunkten der deutschen Agrarwirtschaft. Für den Kornmarkt wurden immer mehr Lagerungsmöglichkeiten benötigt. So entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein ungewöhnlich großer Kornspeicher am westlichen Rand der kleinen Fachwerkstadt – der heutige PS.SPEICHER. Der imposante sechsgeschossige Backsteinbau aus dem Jahr 1899 war lange Zeit ungenutzt und vom Verfall bedroht. Nach drei Jahren Bauzeit und fünfjähriger Planungsphase präsentiert sich das mit Fördermitteln denkmalgerecht restaurierte ehemalige Kornhaus seit Juli 2014 im alten Glanz. Die deutlich jüngeren Anbauten wurden bewusst modern gestaltet und bilden einen reizvollen Kontrast. Das alte Speichergebäude ist zum Herzstück der modernen Ausstellung geworden – und mit neuem Leben gefüllt: Auf den ehemaligen Schüttböden, die einst die Kornvorräte der Einbecker Kornhaus-Genossenschaft speicherten, werden nun seltene Zeitzeugen der individuellen Motorisierung präsentiert. Oder anders ausgedrückt: Dort, wo früher das Futter für starke Pferde lagerte, stehen heute historische Pferdestärken – Ein Wortspiel, dem der PS.SPEICHER seinen Namen verdankt. Das behutsam sanierte Gebäude verströmt noch viel von der Atmosphäre der damaligen Zeit: Auf zwei Etagen präsentiert eine separat zugängliche Ausstellung die Geschichte des ehemaligen Kornspeichers. Anhand der in Teilen gut erhaltenen historischen Lagerund Abfüllanlage lässt sich seine Funktionsweise anschaulich nachvollziehen. Ergänzt durch Filmund Fotodokumente sowie ein interaktives Modell ermöglicht die Ausstellung spannende Einblicke in die bewegte Geschichte des Gebäudes. Der Backsteinbau besitzt eine vierschiffi ge hölzerne Schüttboden-Innenkonstruktion und eine aufwändige Satteldachkonstruktion. 1933 stürzte ein 1914 angebautes zweites Speichergebäude ein, wurde aber noch im gleichen Jahr mit größerem Fassungsvermögen wieder aufgebaut. Ergänzend kamen ein Wiegehäuschen (1947) und die Aufstockung des Bürogebäudes (1964) hinzu. Seit 1978 stehen die beiden Hauptbauteile unter Denkmalschutz. Nachdem Karl-Heinz Rehkopf das Kornhaus 2009 erworben hatte, wurde die Planung zur Umnutzung des denkmalgeschützten Kornspeichers zu einem Ausstellungsgebäude beauftragt. Trägerin des PS.SPEICHER ist die von Karl-Heinz Rehkopf im Jahr 2009 gegründete Kulturstiftung Kornhaus. Quelle: www.ps-speicher.de