7 Millionen Euro Förderung aus Bundesmitteln

Endlich: Herzberger Welfenschloss wird saniert

Von Britta Stobbe

Das Welfenschloss in Herzberg ist ein imposantes Bauwerk, das hoch über der Stadt ragt. Es ist das größte Fachwerkschloss Norddeutschlands und kulturhistorisch äußerst beeindruckend. Leider ist die Wiege des hannoverschen Königshauses stark sanierungsbedürftig. Doch nach so vielen Jahren des Stillstands wird das Schloss jetzt saniert. Hierzu wurden sieben Millionen Euro Bundesmittel bewilligt.

Wer hoch auf den Berg zum Schloss fährt, muss sich einen Parkplatz suchen, denn die Fahrzeuge der Baufirmen nehmen viel Raum in Anspruch. Der Zugang zum Schloss durch die Toranlage weist bereits auf die Baumaßnahmen hin. Und auch im Innenhof verdecken Bauplanen und -gerüste die wunderschöne alte und imposante Fassade. Doch es gibt ausreichend Blick auf das Fachwerk und allein schon die dicken lang gestreckten Mauern zeigen, welch Historie sich hier verbirgt. Am Uhrenturm wird gearbeitet, in anderen Bereichen auch, doch es herrscht Trubel im und um das Schloss, denn sowohl das Museum als auch das Restaurant-Café sind geöffnet. Und im vor Ort ansässigen Amtsgericht Herzberg wird ebenso gearbeitet.

Auf Initiative der Göttinger Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann (SPD) und Fritz Güntzler (CDU) hat der Haushaltsausschuss des Bundestages eine Finanzhilfe des Bundes in Höhe von sieben Millionen Euro bewilligt (die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf rund 19 Millionen Euro). Durch diese Förderung wird dem jahrelang andauernden Sanierungsstau endlich ein Ende gesetzt. Letztlich würde jede weitere Verzögerung wichtiger Sanierungsarbeiten ein Fortschreiten der Schäden an dem imposanten Bauwerk und der historischen Bausubstanz bedeuten.

Die Sanierungsarbeiten an dem Schloss, das nach einem Brand im Jahr 1510 komplett neu erbaut wurde, sind umfangreich. Der Schwerpunkt wird daher vorrangig auf die Instandsetzung, beziehungsweise Sanierung der Brücke, der Außenanlagen, der Flucht- und Wartungswege, des Torhaus, des Uhrenturms, des Marstall Flügels und des Grauen Flügels gelegt. Durch das Staatliche Baumanagement Südniedersachsen wurde in den vergangenen Jahren ein Sanierungskonzept entwickelt, das jetzt Schritt für Schritt umgesetzt wird. Unterstützung gibt es auch vom Förderverein Schloss Herzberg e.V., der sich zum Ziel gesetzt hat, das Welfenschloss als Baudenkmal zu erhalten. Durch die Förderung von Kunst und Kultur (Schlossvorträge, etc.) leistet der Verein somit einen wichtigen Beitrag.

Besucher, die etwas Bau-Atmosphäre in Kauf nehmen, sind herzlich zu einem Besuch des Schlosses eingeladen. Das Museum Schloss Herzberg ist bis zum 31. Oktober Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Schlossführungen können unter der Rufnummer 05521/4799 vereinbart werden.