Auffangstation für Wildvögel in Hilkerode: Schon 200 Tiere aufgenommen

Fürsorgliches Ehepaar kümmert sich um kranke Vögel

Von Britta Stobbe

Es ist wichtig, dass wir Menschen uns um kranke oder verletzte Tiere kümmern, denn ohne Hilfe könnten diese Tiere nicht überleben. Um Wildvögel zum Zwecke der Wiederauswilderung 

zu pflegen, haben Julia Metternich und Ehemann Magnus Duda vor zwei Jahren in Hilkerode (Duderstadt) den Verein „Interessengemeinschaft Wildvogelhilfe Südniedersachsen e.V.“ gegründet. Als staatlich anerkannte Auffangstation werden hier kranke, junge oder schwach gewordene heimische Sing-, Greif- und Eulenvögel wieder aufgepäppelt.

Wenn bei Jutta Metternich das Telefon klingelt, dann weiß sie, dass es sich um einen Vogelnotfall handelt. Menschen, die kranke oder verletzte Vögel – vielleicht, weil sie von einer Katze angegriffen wurden – finden, wollen helfen, wissen oftmals aber nicht wie. „Wir bitten die Anrufer, uns den Vogel schnellstmöglich vorbei zu bringen, damit er medizinisch versorgt werden kann“, erzählt die Tierfreundin. Vor einigen Jahren fanden Julia Metternich und ihr Mann selbst eine verletzte Rauchschwalbe und standen vor der Frage, was nun zu tun sei. Leider gab es vor Ort niemanden, der weiterhelfen konnte. Sie holten sich Rat bei entsprechenden Fachleuten und schafften es tatsächlich, die Schwalbe nach einigen Wochen der Pflege gesund in die Freiheit zu entlassen. „Durch diesen Erfolg auf den Geschmack gekommen, wuchsen Interesse und Engagement für die Wildvogelhilfe.“ Das Ehepaar, das die Wildvogelhilfe auf dem eigenen Resthof betreibt, bekommt Tiere aus den verschiedensten Bundesländern zur Pflege, Aufzucht und Wiederauswilderung gebracht. Das liegt unter anderem auch daran, dass beide auf die Versorgung von Schwalben spezialisiert sind und hier sogar einen separaten Raum haben, in dem Schwalben überwintern können.
Allein in diesem Jahr wurden bereits mehr als 200 Vögel nach Hilkerode gebracht. Das Ehepaar nimmt die Vögel nicht nur auf, es berät auch bei Fragen zur Fütterung von Wildvögeln und zur Gestaltung eines artgerechten Gartens. Was einst mit wenig Zeitaufwand begann, ist heute ein Fulltime-Job. Nicht nur die aufgenommenen Vögel, sondern auch die eigenen Tiere auf dem Hof wollen versorgt werden.
Als staatlich anerkannte Auffangstation erhält der Verein eine finanzielle Unterstützung vom Land Niedersachsen. Diese kann jedoch nicht die Kosten decken, die für Futter, Medikamente und Tierarztkosten anfallen. Julia Metternich kalkuliert mit Ausgaben in Höhe von 15.000 Euro für dieses Jahr. Zudem soll die Wildvogelhilfe noch erweitert werden, indem neben den acht derzeit bestehenden Volieren noch mehr Platz für Greifvögel und Eulen geschaffen wird. „Die Baugenehmigung ist da – jetzt werden noch Sponsoren gesucht“, sagt Julia Metternich. Ihr Telefon klingelt. In Nordhausen wurde ein zerstörtes Schwalbennest aufgefunden. Glücklicherweise hat ein aufmerksamer Bürger schnell reagiert und wird die verletzten Tiere vorbeibringen.

Wer einen kranken oder verletzten Vogel auffindet, sollte ihn aus der Gefahrensituation sichern. Er kann in einen dunklen Karton mit Luftlöchern gesetzt werden. Es sollte nicht gefüttert werden, da erst bestimmt werden muss, um welche Vogelart es sich handelt und welches Futter benötigt wird. Auch sollte kein Wasser gegeben werden. Wer Julia Metternich im Vogelnotfall erreichen möchte, kann unter der Rufnummer 0178/5268762 anrufen.
Interessengemeinschaft Wildvogelhilfe Südniedersachsen e.V.
Im Ellertal 12, 37115 Duderstadt
(Hilkerode), Rufnummer: 0178/5268762, www.igwsn.de
Spendenkonto: IGWSN,
IBAN: DE86260512600000244137,
BIC: NOLADE21DUD