Gesucht: Nachwuchs für den Denkmalschutz

Hohenofen-AufmaßDenkmale sind lebendige Zeugnisse unserer Geschichte und damit diese auch in 200 Jahren noch von vergangenen Zeiten erzählen können, müssen wir auch in Zukunft für ihren Erhalt sorgen: eine verantwortungsvolle Aufgabe für kommende Generationen. Die Faszination für historische Bauten, aber auch das Wissen über alte Handwerkstechniken und Bauweisen weiterzugeben, ist ein wichtiger Baustein für die Zukunft unserer Kulturlandschaft. Um dieses Ziel zu erreichen hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) ein bundesweit einzigartiges Projekt ins Leben gerufen: die Jugendbauhütten.

Denkmale lieben lernen

Vorbild für die Jugendbauhütten sind die mittelalterlichen Bauhütten. Hier arbeiteten Meister, Geselle und Lehrling gemeinsam an der Errichtung großer Kathedralen. Lehre, Kunst und Handwerk bildeten in dieser sozialen Gemeinschaft eine Einheit. Die Jugendbauhütten knüpfen an diese Tradition an. Angeleitet von erfahrenen Fachleuten erlernen die Teilnehmer im Rahmen von Sanierungsprojekten an historischen Bauwerken verschiedene traditionelle Handwerkstechniken in der Denkmalpflege. Alte Handwerkstechniken und Wissen sind genauso gefragt, wie die neuesten Technologien, um denkmalgeschützte Originale zu erhalten.

In diversen Seminarwochen und an ihrem täglichen Arbeitsplatz – den Einsatzstellen – geht es neben denkmalpflegerischem Wissen auch um Selbstorganisation, Verantwortung und zwischenmenschliches Verhalten. Durch die Einbindung der Teilnehmer in den Arbeitsprozess bei den Einsatzstellen werden sie mit dem beruflichen Alltag konfrontiert. An der Seite erfahrener Profis in Museen, Architekturbüros, Handwerksbetrieben und vielen mehr bietet sich ihnen die Chance, Klarheit über eigene Fähigkeiten und berufliche Neigungen zu gewinnen. Ein ganzes Jahr lang können Jugendliche von 16 – 26 Jahren in den Einsatzstellen einer der bundesweit 13 Jugendbauhütten traditionelle Handwerkstechniken erlernen, sie am Original anwenden und das Besondere des Echten und Authentischen mit eigenen Händen spüren und erfahren.

Verschiedene Seminare zu Stil- und Materialkunde, Forschungs- und Arbeitsmethoden, Grundlagen der Denkmalpflege sowie der Bedeutung des europäischen Kulturerbes ergänzen die praktische Arbeit am Denkmal.

Rund 3000 Jugendliche haben bislang ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege in den Jugendbauhütten absolviert und dort ihre Begeisterung für unser kulturelles Erbe entdeckt. Manch einer hat hier eine Berufung gefunden.  Die Einsatzstellen bieten diese Bandbreite: von der zupackenden Tischlerei über Landschaftsbau bis hin zur geistig-kreativen Arbeit in Museen, Architekturbüros oder Archiven.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion „Tag des offenen Denkmals“.