Manches passt einfach nicht zusammen. Katzen und Wasser. Nutellabrot und Senf.

HARZKIND holt die Gemeinwohl-Ökonomie ins Fünfeck

So wird auch mancher schon bei der Überschrift stolpern: Gemeinwohl und Ökonomie – also eine Wirtschaftlichkeit, die auch dem Gemeinwohl dient? Wie passt das zusammen? Kann das gehen? Genau dieser Gedanke begeisterte Melanie Funke, Mitbegründerin der Initiative „Harzkind“ aus Osterode am Harz.
Arbeiten, um zu arbeiten, sei ihr seit langem nicht genug gewesen. „Wenn unsere tägliche Arbeit dazu beitragen kann, dass es vielen Menschen gut geht, bekommt unser Tun einen tieferen Sinn. Das fühlt sich einfach gut und richtig an.“
Seit 2017 gehören deshalb Melanie Funkes Werbeagentur „HARZKIND“ und ihr Online-Handel „HARZKIND – Der Shop“ offiziell zu den Gemeinwohl-Ökonomie fördernden Unternehmen und sind damit die ersten Unternehmen im Fachwerk Fünfeck, die damit einen bemerkenswerten neuen Ansatz verfolgen. Melanie Funke: „Es war mir schon immer ein Herzenswunsch, dass meine Kunden zufrieden sind, aber darüber hinaus auch meine Mitarbeiter, Lieferanten und die Mitarbeiter in den Produktionsstätten. Darüber hinaus finde ich es ganz wunderbar, wenn die eigene Arbeit zusätzlich positiv in der Region wirken kann. Kurz gesagt: „Wirtschaften, damit es allen gut geht.“
Die Gemeinwohl-Bilanz, denen sich alle angehörenden Unternehmen verpflichten, misst Erfolg nach neuen Maßstäben: Nicht der Finanzgewinn ist das Ziel, sondern die Mehrung des Gemeinwohls. Der individuelle Beitrag zum Gemeinwohl wird auf Basis der Gemeinwohl-Matrix definiert und bewertbar gemacht. Melanie Funke: „Als Unternehmerin frage ich mich: Was für Auswirkungen haben unsere wirtschaftliche Aktivitäten auf die allgemeine Lebensqualität, heute und morgen? Wird die Menschenwürde geachtet? Wie kann durch unsere tägliche Arbeit soziale Gerechtigkeit gefördert werden und ökologische Nachhaltigkeit sichergestellt werden. Vieles haben wir schon intuitiv umgesetzt. Wie zum Beispiel die faire Herstellung unserer Shirts, die in Bio-Qualität hergestellt werden. Außerdem leben wir unseren Mitarbeitern gegenüber Transparenz und absolute Flexibilität bei den Arbeitszeiten. Faire Bezahlung ist bei uns nicht nur ein Schlagwort.“ Auch in der Region wirkt HARZKIND regelmäßig anhand unterschiedlicher Projekte regions- und gemeinwohl-fördernd und setzt hierfür eigene Ressourcen ein.
Die Bewegung der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) entstand auf Basis des gleichnamigen Buches des Publizisten Christian Felber. Sie setzt sich für die Orientierung der Wirtschaft an den Verfassungswerten Menschenwürde, Solidarität, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Demokratie ein und will die dafür nötigen rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen.
Informationen zum Verein findet man unter www.ecogood.org