Tag der offenen „KUL-Tür“ in Einbeck

„Ich möchte leben“

Jugendliche stehen vor dem Fachwerkhaus in der Wolperstraße und fotografieren es, denn aufsehenerregend sind die zwei handgeschriebenen Banner schon. „Ich möchte leben. Ich möchte, dass kleine Kinderfüße wieder über meinen Boden laufen, dass Familien in mir Feste feiern und sich tagein tagaus die Türen für Besucher öffnen…“ da entsteht durchaus ein Mitgefühl für das Einzeldenkmal von 1573. 

Um das Haus in den Blickpunkt zu rücken, haben Fachwerkaktivisten am Deutschen Fachwerktag einen Tag der offenen „Kul-Tür“ veranstaltet und beeindruckte Besucher hinterlassen.
Dem Aufruf sich kulturell und architektonisch begeistern zu lassen, sind zahlreiche Interessierte gefolgt, lockten doch vielseitige Angebote. Ob der Lehm-Infostand von Lehmbau Peter Leibssle, die herzliche musikalische Begleitung durch Malermeister Zieseniß oder die beeindruckend im offenen Fachwerk wirkende Fotoausstellung der Fotofreunde Osterode. 

Insgesamt drei Wandergesellen konnten durch die Konzert- und Kulturfreunde Einbeck e.V. dafür begeistert werden, nach Einbeck anzureisen, um als erste Baumaßnahme einen stabilen Fußboden im 1. Stock einzubauen. Der wandernde Tischlergeselle Robert war auch sehr erfolgreich dabei, für die Baustelle Bauholz, Fußbodenplatten, Montagematerial und Werkzeug bei hiesigen Handwerksbetrieben und Sägewerken zu akquirieren. „Das Projekt zielt auf den Erhalt des wertvollen Fachwerkerbes der Stadt Einbeck und wird auf breiter Ebene gerne unterstützt“, so der Wandergeselle.
Das jahrelange, sehnende Warten des verlassenen Fachwerkhauses auf seinen Dornröschen-Kuss könnte bald ein Ende haben und Zukunfts-Skizzen, für das alte Fachwerkhaus, das zum reichen Fachwerkerbe der Fachwerk5Eck-Städte gehört, sind in Arbeit.