K√ľnstlervorstellung

Die Baukultur unserer Fachwerk-Altst√§dte reicht viele Jahrhunderte zur√ľck. Selbst in den j√ľngsten Denkm√§lern haben schon viele Generationen gelebt und gewirtschaftet. In manchen Denkm√§lern werden wir beim DKKD-Festival wundersame Begegnungen mit Pers√∂nlichkeiten aus fr√ľheren Jahrhunderten erleben, die ihre jeweilige Epoche wieder aufleben lassen.

Renaissancepersönlichkeiten geben sich im Fachwerk die Ehre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Antje Jakob modelliert farbig gefasste B√ľsten in Keramik und pr√§sentiert sie auf Holzsockeln, was ihnen die Anmutung filigraner Holzschnitzarbeiten gibt. Sie erl√§utert ihre Arbeiten so: ‚ÄěDie B√ľsten sind Zitate prominenter Portraits der Renaissance, als die Kunst beginnt, die Pers√∂nlichkeit und die Bestimmung des Menschen zu inszenieren. ‚Äě√Ąhnlichkeit‚Äú (nach der Natur), ‚ÄěLebendigkeit‚Äú (Blick und Mimik) und ‚ÄěWesensn√§he‚Äú (das nicht Sichtbare darstellen) sind die drei S√§ulen, die die bildnerische Darstellung des Menschen im Portrait bestimmen. Das Nicht-Sichtbare zu fassen in der ‚Äědauernden Form‚Äú einer Skulptur ist die gro√üe Herausforderung, die sich immer wieder neu stellt, gerade in den Nuancen, welche die Einzigartigkeit eines Menschen ausmachen.‚Äú

Antje Jakob wohnt und arbeitet als freischaffende Keramikk√ľnstlerin in F√ľrth, da liegt es nahe, dass der gro√üe Sohn der Stadt N√ľrnberg, Albrecht D√ľrer, unter diesen Pers√∂nlichkeiten nicht fehlen darf, zumal er viele bedeutende Selbstportr√§ts hinterlassen hat, inspirierende Vorlagen f√ľr Antje Jakobs dreidimensionale Neusch√∂pfungen. Auch Pers√∂nlichkeiten der italienischen Hochrenaissance sind vertreten wie die Dame mit dem Hermelin nach dem von Leonardo da Vinci 1489/1490 geschaffenen Portrait.

Die Renaissance-Zitate sind eine Br√ľcke zu der Arbeit der Bildhauerin an Portraits von Zeitgenossen, wobei ihr Interesse nicht nur gesellschaftlich exponierten Personen gilt, sondern auch Menschen wie ‚ÄěDu und Ich‚Äú.

Antje Jakob w√ľnscht sich f√ľr die Pr√§sentation ihrer Renaissance-Pers√∂nlichkeiten einen Raum in einem Renaissancegeb√§ude in zentraler Lage in Einbeck. Es fand sich schnell ein wundersch√∂ner kleiner Laden in der Tiedexer Stra√üe. Nun hat dieser Laden das Gl√ľck, schon vor Beginn des Festivals eine neue dauerhafte Nutzung gefunden zu haben. Auch das ist eine typische Erscheinung von Denkmal!Kunst. Nun muss eine neue Herberge f√ľr die K√ľnstlerin und den obdachlos gewordenen Maler mit und ohne Hasen gefunden werden. Viele Aktive in Einbeck helfen beim Suchen. Vielleicht hat ein Leser oder eine Leserin eine gute Idee. Die Kuratorin des Festivals Lore Puntigam w√ľrde sich √ľber eine Nachricht unter l.puntigam@festival-dkkd.de freuen.

Alte Meisterwerke neu inszeniert

Auch Sonja Mehner aus G√∂ttingen l√§sst sich f√ľr ihre k√ľnstlerische Arbeit von Werken alter Meister inspirieren. Sie ist Fotok√ľnstlerin und arbeitet zum √ľberwiegenden Teil mit sich selbst als Model. F√ľr die Fotoserie ‚ÄěStrong Women Paintings‚Äú (Starke Frauen im Spiegel der Zeit) schl√ľpft sie in die Rollen der Frauen ber√ľhmter historischer Gem√§lde und inszeniert diese Gem√§lde neu. Die Fotoserie entstand in Berlin in Zusammenarbeit mit der Maskenbildnerin Christina Zabel.

Im blauen Saal der Schachtrupp-Villa in Osterode werden die neu inszenierten alten Meister wirken, als hingen sie an ihrem angestammten Platz. So hat es sich die K√ľnstlerin f√ľr ihre Ausstellung gew√ľnscht. Freuen Sie sich auf Begegnungen mit europ√§ischen Pers√∂nlichkeiten, starken und sch√∂nen Weibsbildern aus sechs Jahrhunderten von der italienischen Renaissance bis ins neunzehnte Jahrhundert, als die Unternehmerfamilie Schachtrupp ihre Sommervilla in Osterode bauen lie√ü und das noch junge pr√§chtige Bauwerk Raum bot f√ľr Familienleben, Gesellschaften, Kunst, Musik und rauschende Sommerfeste.