Unternehmerporträt

Mit großer Schaffensfreude restauriert Klaus Veit Antikes

Von Sabine Mischke

Es erwartet mich ein geschichtsträchtiges Gartenportal. Im Lichtschein antiker Straßenlaternen schreite ich durch einen mit Kopfsteinpflaster ausgelegten, begrünten Bogengang. Vor der Haustür des durch und durch mediterran anmutenden Hauses erwartet mich Sam. Sam ist ein Mix aus Australian Shepard und Harzer Fuchs, und wir werden an diesem Abend Freunde. Ich trete ein.

Angekommen in einer der gemütlichen und geschmackvollen Sitz­ecken von Familie Veit. Das Feuer knistert im Kamin und lässt den nasskalten Abend vergessen. Klaus Veit sammelt und verkauft nicht nur Antiquitäten, Modernes und Garteninterieur sondern er lebt und liebt auch in seinen Privaträumen den „Franzosenstil“. Wir sitzen an einem über 100 Jahre alten übergroßen Bäckertisch, den Klaus Veit in seiner Werkstatt im „La Casa“ liebevoll restaurierte. Der Tee dampft in unseren Bechern währenddessen sich der seit 31 Jahren selbstständige Unternehmer an seine erste „alte“ Kommode erinnert. „Ich habe schon als 17 jähriger begonnen, mich mit antiken Möbelstücken einzurichten, zu restaurieren und dann später mein Hobby zum Beruf gemacht“ fährt er fort und bietet mir die herrlich leckeren, selbstgemachten Salate von seiner Frau Silvia an.
Der umtriebige und kreative Restaurator entschied sich nacheinander für geschäftliche Stationen in Dassensen mit Werk- und Ausstellungsräumen, sowie verschiedenen Ladenlokalen rund um die Löwenkreuzung in Einbeck. 1996 eröffnete dann auch seine Frau Silvia Veit den Stoffladen „Pinelli“ und bereichert dann die mit Kennerblick angebotenen Antiquitäten mit einem ausgesuchten Stoffangebot. Seine Ideen, sein Fleiß und sein guter Geschmack sollten Klaus Veit dann ebenso wie die Erweiterung seines Angebotes mit Garteninterieur unterstützen, als es einen unerwarteten Trendwechsel vom Antiken zur sogenannten „modernen Massenanfertigung“ gab.
Zuvor hatte er sich, stets unterstützt von seiner Frau Silvia, entschlossen seinen Lebenstraum zu erfüllen. Er sanierte Räumlichkeiten der Stadt Einbeck und siedelte die Antiquitäten der beiden Ladenlokale von der Altendorferstraße sowie die Ausstellung der Gartenmöbel am Hohen Weg unter einem Dach an. Unter dem neuen Firmennahmen „La Casa“ und mit weiteren Selbständigen wurden jetzt am Köppenweg 3 Antiquitäten, Gartenmöbel, Stoffe und auch Seidenfloristik, Polsterei und Gastronomie angeboten. Immer dabei die Familie: Schwester Doris Fiebig bietet auch bis heute wunderbare Accessoires für Haus und Garten an. Und es wird wieder gebaut bzw. umgebaut: Es wird tapeziert, gestrichen, es werden Kirchenbänke herangetragen und eine Theke errichtet. Und wieder darf das provenzalische nicht fehlen. Ehefrau Silvia bereichert dieses besondere Ambiente mit ihren wunderbaren Tartes und vielen anderen Köstlichkeiten und ruft so das „Panaché“ ins Leben und steht bis heute der neuen Pächterin zur Seite.
Uwe Rosenow nebst Ehefrau, langjährige Freunde aus Hamburg, unterstützen seit 2016 den Ein- und Verkauf. Seit kurzem gibt es weitere Ausstellungs- und Verkaufsräume im Neuen Markt in Einbeck, die er gemeinsam mit Werner Koj (Inhaber des “Antiquitäten im Eckhaus“) betreibt. Die Frage nach einem Tipp beantwortet Klaus Veit konsequent: „Wer Antiqitäten liebt, sollte sie jetzt kaufen, denn die Preise könnten wieder steigen. Biedermeier bereichert auf jeden Fall Postmodernes.“
Wir treffen uns noch einmal für ein Fotoshooting und ich mache mit Silvia, Klaus und Tochter Leonie anschließend einen langen Spaziergang. Die jahrzehntelangen Erfahrungen haben Klaus Veit zu einem Spezialisten für Gartendekoration und Fassmalerei gemacht. Während wir durch den Wald laufen, erzählt er von seiner Alltagsbewältigung, insbesondere dem Umgang mit der Gelassenheit, seine langen Spaziergängen mit Sam und der Familie und einem seiner Ziele, mit der Familie eine Exkursion durch Nepal zu machen. „Wenn es im Leben hoch und runter geht, wird man sensibler für Dinge“ sagt er lächeln und geht weiter.