Konzeptimmobilien für Hann. Münden und Einbeck ausgewählt

Modernisierungsplanung durch Fachwerk-Fünfeck

Im Rahmen des vom Bundesbauministerium geförderten Projektes Fachwerk-Fünfeck identifiziert jede der fünf beteiligten Städte eine sogenannte Konzeptimmobilie.

Dabei handelt es sich jeweils um eine leerstehende oder untergenutzte Immobilie, für die ein Modernisierungs- oder Umnutzungskonzept erstellt wird.

Ziel ist es, mit den erarbeiteten Plänen und Ideen einen Investor, Partner oder eine weitere Förderkulisse zu finden, mit deren Hilfe dann die Modernisierung umgesetzt werden kann.

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Foto (Fachwerk-Fünfeck): Neben Modernisierungsideen ist in der Lohstraße die Sanierung eines Wasserschadens zu berücksichtigen.
Lohstraße 12 in Hann. Münden

Für die Stadt Hann. Münden wurde das Haus in der Lohstraße 12 ausgewählt. Hinter dem zunächst äußerlich unscheinbaren Haus nördlich des Rathauses verbirgt sich eine barocke Fachwerkkonstruktion, die im Klassizismus aufgestockt und umgebaut wurde. Die Fassade wurde komplett überformt und verputzt. Das Haus ist im Besitz der Immobilien- und Vermietungsgesellschaft Hann. Münden (IVM). Im Erdgeschoss befindet sich ein leerstehendes Ladengeschäft, darüber liegen Wohnungen.

Beispielhafte energetische Sanierung

Mit dem Modernisierungskonzept möchten die Stadt Hann. Münden und die Geschäftsstelle des Fachwerk-Fünfecks 3Entwicklungsmöglichkeiten für die Attraktivität und Revitalisierung der untergenutzten Immobilie aufzeigen, um sie wieder dauerhaft und vollständig zu nutzen. Außerdem gilt es, einen umfangreichen Wasserschaden zu beseitigen. Dazu soll das Gebäude nach Effizienzhaus-Denkmal-Standard (KfW-Programm) als Musterhaus energetisch saniert werden. Bei systematischer Dokumentation können Erkenntnisse der energetischen Sanierung hinterher beispielhaft zur Verfügung gestellt werden. Mit den Konzeptergebnissen ist Anfang Oktober zu rechnen.

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Foto (Stadt Einbeck): Die Ratswaage wurde 1565 an das Alte Rathaus angebaut und ist im Inneren mit ihm verbunden.
Einbeck wählt das Alte Rathaus

In der Stadt Einbeck wurden das Alte Rathaus und die Ratswaage als Konzeptimmobilie ausgewählt. Außer dem Standesamt, der Nutzung des Ratssaales und einiger Büros von Parteien, Vereinen und Beratungsstellen im Obergeschoss ist das Wahrzeichen der Stadt derzeit vergleichsweise gering genutzt.  In den Kellerräumen befinden sich öffentliche Toiletten und Lagerräume für den Wochenmarkt.

Barrierefrei und modern

Die Stadt Einbeck und das Fachwerk-Fünfeck streben ein Nutzungs- und Erschließungskonzept an. Darin sollen Ideen zur möglichst 6barrierefreien Erschließung aller Etagen, ein Standort für behindertengerechte Toiletten und eine zeitgemäße Ausstattung mit Veranstaltungstechnik berücksichtigt sein. Außerdem werden Nutzungsvorschläge gewünscht: Welche sinnvollen Nutzungen historischer Rathäuser existieren aus anderen Städten? Abhängig vom neuen Nutzungskonzept könnte auch eine Neuaufteilung der Räume im Obergeschoss, derzeit in Leichtbaukonstruktion, sinnvoll sein. Das historische Kellergewölbe benötigt eine grundlegende Sanierung. Die erarbeiteten Modernisierungsvorschläge werden im Oktober der Öffentlichkeit präsentiert und in einer Bürgerversammlung diskutiert.

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Foto (Patricia Kenar): Das Alte Rathaus ist mit seinen drei Türmen das Wahrzeichen von Einbeck.
Altes Rathaus ist ein Wahrzeichen

Das Alte Rathaus wurde nach dem Stadtbrand von 1540 als Renaissancebau auf dem gotischen Gewölbekeller errichtet. Das Untergeschoss mit der Rathaushalle wurde in Stein gebaut, mit einem Obergeschoss in Fachwerk-Konstruktion. Die Ratswaage wurde 1565 als eigenständiges Gebäude an die Westwand angebaut. Mit Durchgängen zum Alten Rathaus besteht seit langem eine Nutzungseinheit. Das Alte Rathaus ist nicht nur Identifikationsgebäude für die Bürger der Stadt Einbeck, sondern auch eine der Hauptattraktionen für Touristen.

Von Juliane Hofmann und Anna Ulrichs