Nachinventarisierung der Duderstädter Altstadt

Gebäudeteile, Schützenswertes, Einzeldenkmäler und viel mehr wird bei der Nachinventarisierung ausführlich dokumentiert.

Gebäudeteile, Schützenswertes, Einzeldenkmäler und viel mehr wird bei der Nachinventarisierung ausführlich dokumentiert.

Unsere Fachwerkschätze detailliert zu dokumentieren ist viel Arbeit – viel Arbeit die jedoch dankbare  Früchte tragen wird und die Wertschätzung unserer Baukultur erhöht.

Das Land Niedersachsen hat vor rund 35 Jahren flächendeckend den Denkmalbestand im Bereich der Stadt Duderstadt von aussen, mit Hilfe der sogenannten Schnellerfassung erfasst. Die Duderstädter Altstadt wurde 2012 in das Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ aufgenommen und zur Optimierung des bestehenden Denkmalverzeichnisses sowie zur denkmalfachlichen Beurteilung der Förderanträge und der zeitnahen Umsetzung der Förderprojekte, wurde eine Nachqualifizierung nötig.

Erfasste historische Baukultur

Das Projekt wurde 2013 im Stadthaus Duderstadt von Dr. Rüsch, vom Nds. Landesamt für Denkmalpflege sowie dem Projektbeauftragten Herrn Hanske vorgestellt und im gleichen Jahr gestartet.
Die Nachinventarisierung dient als Handwerkszeug für die denkmalfachliche Beurteilung bei Baumaßnahmen, ist besonders Eigentümer und Entwurfsplaner  von großem Vorteil, schließt Fehlplanungen weitestgehend aus und erspart zeitaufwendige Einzelbeurteilungen durch das Landesamt für Denkmalpflege.

Das Gebiet der Nachqualifizierung umfasst den historischen Stadtkern Duderstadts mit Wall und Vorfeld innerhalb der Ringstraßen.

Beachtet wurde die Differenzierung zwischen Einzeldenkmal, Gruppenbestandteilen und Nichtdenkmalen. Detaillierten Aussagen über die schützenswerten und nicht schützenswerten Gebäude, Gebäudeteile oder Gegenstände –
auch im Gebäudeinneren wurden aufgegriffen. Jedes Haus, jedes Hintergebäude wurde einzeln beschrieben und detailiert durchgesprochen, dokumentiert und mit Fotos ergänzt. Um die Nachinventarisierung zu ermöglichen beteiligt sich die Stadt Duderstadt mit 75.000 €, rund 56 % der Gesamtkosten, sowie der logistischen Begleitung des Projekts. Das Landesamt für Denkmalpflege stockt das Übrige auf.

Die Früchte des Projekts

Kaum kann man hinter die Fassaden, Hinterhöfe und Keller schauen, rücken Einzeldenkmäler ans Tageslicht. Einzigartige Treppenhäuser, alte Dielen oder historische Türen warteten darauf entdeckt zu werden. Der Bestand an baukulturellem Erbe, an historisch wertvoller Bausubstanz der Innenstadt wird nun bewusst.

„Die Verfeinerung und Weiterentwicklung der alten Denkmaltopographie war notwenig und überfällig. Jetzt kommen wir endlich in die Lage von Anfang an aktuell, kompetent und zügig zu beraten. Ein Quantensprung für die Weiterentwicklung der Innenstadt als Wohn-, Lebens-, Handels,- und Tourismusstandort“, so Bürgermeister Wolfgang Nolte.

Ein Schatz für die Eigentümer

„Dieses Projekt ist eine große Arbeitshilfe für uns und eine tolle wissenschaftliche Arbeit. Wir haben das eine oder andere Schätzchen entdeckt. Die Eigentürmer erhalten über die Nachinventarisierung eine klare Kenntniss ihres Denkmalbestandes.“ so Jürgen Germerott, Fachdienstleiter Bauaufsicht, Denkmalschutz und Städtebauförderung.

Die Generationen zählen wenn man in Fachwerk investiert

Allein in 2013 wurden 720 Einträge, davon 27 Einzeldenkmale z. B. auch Keller, Gartenhäuser, Portale, Sühnekreuze) dokumentiert. In 2016 gibt es bereits 2800 Einträge. davon sind 2416 erfasst und 45 Gebäude,- sowie Kellervorschläge integriert.
Bis Ende Oktober diesen Jahres werden die Eigentümer über den Schutzumfang ihrer Gebäude benachrichtigt und das Projekt kommt seinem Ziel näher.