Nutzungs- und Erschließungskonzept für die Villy Gyps

Neue Nutzung für die Jugendstil-Villa

Von Juliane Hofmann

Die Stadt Osterode hat am Tag der Städtebauförderung zur öffentlichen Präsentation des Nutzungs- und Erschließungskonzeptes für die Villa Gyps in das Jugendstilgebäude eingeladen. Den Auftrag zur Konzepterstellung hatte das Projekt Fachwerk-Fünfeck in Zusammenarbeit mit der Stadt Osterode an das Architekturbüro Angermann aus Thüringen erteilt. Das Konzept soll einen Beitrag zur Wiederbelebung und Restaurierung der Immobilie leisten.

Der Großteil der heutigen denkmalgeschützten Villa stammt aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts und wurde in seiner Geschichte mehrfach um- und angebaut. Die noch heute erkennbar repräsentative Jugendstilvilla ist das Ergebnis umfangreicher Arbeiten Anfang des 20. Jahrhunderts. Neben einer detailreichen Innengestaltung mit Stuck, Wandmalereien und Jugendstilverglasungen zählen der Anbau von Wintergärten, Terrassen, einem Turm und einer Loggia zu den wesentlichen baulichen Veränderungen. Teile eines älteren Kellers lassen auf eine Errichtung auf den Grundmauern eines Vorgängerbaus schließen. Zur Villa gehört außerdem ein denkmalgeschützter Garten.
Sichtbare Schäden weist das lange Jahre leerstehende Gebäude vor allem in einem Raum auf. Hier fehlt die Geschossdecke zwischen Erdgeschoss und Keller, die als Folge eines Wasserschadens verfiel. Einige kleinere Risse sind im Gebäude zu erkennen, die vermutlich aufgrund der Bewegungen und Erschütterungen durch Sprengungen im benachbarten Gipssteinbruch entstanden sind. Außerdem muss die Dachkonstruktion im Einzelnen geprüft werden.

Die Villa, die heute durch einen Verein verwaltet wird, soll für Nutzungen als Künstlerhaus und Veranstaltungsraum mit einer kleinen angeschlossenen gastronomischen Nutzung wieder hergerichtet werden.

Das Planungsbüro stellte verschiedene Varianten einer sinnvollen Raumnutzung, den Einbau einer Heizungsanlage, die Platzierung von Toiletten und Küche sowie den Anbau eines zweiten Fluchtweges und eines barrierefreien Zugangs vor. Zwei bereits bestehende Wohnungseinheiten im Erdgeschoss und Dachgeschoss empfehlen die Architekten, schnellstmöglich wieder herzurichten, um eine dauerhafte Nutzung sicherzustellen.
Die Architektin Dr. Bärbel Angermann ebenso wie die rund 50 interessierten Gäste der Präsentation waren sich einig, dass die Villa mit ihrem besonderen Charme und dem außergewöhnlich schönen Garten ein inspirierender Ort ist. Das Konzept legt den Grundstein für die Suche nach Fördermitteln für Erhalt und Sanierung. In Osterodes Stadtgeschichte spiegelt die Villa den wirtschaftlich wichtigen Teil des Gipsabbaus in der Gipskarstlandschaft wider – die Villa wurde als Unternehmervilla und Repräsentativbau errichtet.