Northeim zeichnet Familienfreundlichkeit aus

Drei Unternehmen erhalten die Auszeichnung

Vertreter der für ihre Familienfreundlichkeit ausgezeichneten Unternehmen mit den Laudatoren (von links): Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, Irina Niesen (ZAD Service GmbH Northeim), Rudolf Reinert (Autohaus Siebrecht Uslar GmbH), Christine Fischbach (Tapier Wachswaren GmbH Dassel), Katja Taranczewski (Referatsleiterin im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung), Bodo Rengshausen-Fischbach (Tapir Wachswaren GmbH Dassel), Dr. Martin Rudolph (Leiter IHK Geschäftsstelle Göttingen). Foto: Landkreis Northeim

Im Rahmen des mit etwa 80 Teilnehmern gut besuchten Unternehmerfrühstücks, das jetzt in Harriehausen (Nahe Bad Gandersheim) veranstaltet wurde, wurde zum zweiten Mal nach 2017 die Auszeichnungen des von Northeims Landrätin Astrid Klinkert-Kittel ins Leben gerufenen Preises für familienfreundliche Unternehmen im Landkreis Northeim übergeben.

Beworben hatten sich in der aktuellen Wettbewerbsrunde insgesamt elf Unternehmen, deren Bewerbungen von einer Jury bewertet wurden. Neben der Auswertung der Bewerbungsunterlagen haben die Jurymitglieder natürlich auch Unternehmensbesuche durchgeführt, um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen. Ausgezeichnet wurden die Firmen Tapir Wachswaren GmbH (Dassel), die ZAD Service GmbH aus Northeim und die Autohaus Siebrecht Uslar GmbH. Für Landrätin Astrid Klinkert-Kittel ist es nach eigener Aussage eine Herzensangelegenheit, die Unternehmen im Landkreis Northeim dazu zu bewegen, ihre Familienfreundlichkeit auszubauen. „Familien sind auf eine gute Vereinbarkeit von Arbeit und privater Sorge angewiesen – ob mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen. Frauen und Männer brauchen familiengerechte Arbeitsbedingungen, damit sie sich um Kinder und Angehörige kümmern, von ihrem Einkommen leben und berufliche Perspektiven haben können“, so die Landrätin. Die Laudatio auf den ersten Preisträger, die Firma Tapir Wachswaren GmbH aus Dassel, hielt Katja Taranczewski, Referatsleiterin beim Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Nach ihren Worten zeichnet sich das eher kleine Unternehmen mit elf Beschäftigten dadurch aus, dass es individuelle und flexible Arbeitszeitmodelle anbietet. Im Gespräch sei man dort außerdem stets bereit, individuelle Lösungen zu finden. Dr. Martin Rudolph von der IHK Hannover, Geschäftsstelle Göttingen, hielt die Laudatio auf die ZAD Service GmbH aus Northeim. „Familienfreundlichkeit ist in diesem Betrieb keine Floskel, sondern gelebte Selbstverständlichkeit“, betonte er. „Jeder Mitarbeiter bekommt das Arbeitszeitmodell, das in die individuelle Lebenssituation passt.“ Außerdem führten flache Hierarchien in dem Unternehmen mit immerhin 130 Beschäftigten zu einem guten Betriebsklima. Die dritte Laudatio für die Autohaus Siebrecht Uslar GmbH nahm Landrätin Klinkert-Kittel vor. Es sei bemerkenswert, welche Maßnahmen in dem Familienunternehmen mit 317 Beschäftigten und mehreren Standorten etabliert worden sind, um für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine familienfreundliche Struktur zu schaffen, lobte die Landrätin das Engagement. Den Beschäftigten werden viele verschiedene flexible Arbeitszeitmodelle angeboten. Herausragend sei das Bestreben des Unternehmens, die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern und zu erhalten. So werde in ausgewählten Schwimmbädern der Region freier Schwimmbadeintritt ermöglicht und es bestehe die Möglichkeit, zwei kostenlose Massagen im Monat wahrzunehmen.

„Die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist kein kurzfristiger Trend, sondern ein nachhaltiger betrieblicher Erfolgsfaktor“, betonte Astrid Klinkert-Kittel am Ende der Veranstaltung. Sie rief die Unternehmerinnen und Unternehmer dazu auf, nicht in ihren Bemühungen nachzulassen, familienfreundliche Maßnahmen in den Betrieben zu etablieren. „Denn eines ist sicher: Wer in Familienfreundlichkeit investiert, wird künftig leichter Mitarbeiter finden. Wenn Unternehmen familienfreundliche Maßnahmen umsetzen, dann eröffnen sich neue Chancen und Möglichkeiten – und zwar für Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen“, so die Landrätin. Die drei für ihre Familienfreundlichkeit ausgezeichneten Unternehmen erhielten aus den Händen der Laudatoren sowie von Astrid Klinkert-Kittel eine von Dipl. Keramik Designerin Janne Klett-Drechsel gestaltete und gebrannte Skulptur aus Ton sowie eine Urkunde. (sto.)