Tourismusmanagement-Studentin über das Fachwerk-Fünfeck

Osteröderin Maren Hille nimmt das Fünfeck unter die Lupe

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Foto: Chantal Semmelroth

Ich bin Maren Hille und studiere Tourismusmanagement an der Hochschule Harz in Wernigerode. Aufgewachsen bin ich in der Stadt, die um Berge voraus ist – in Osterode am Harz. Das Studium innerhalb des Fachbereichs Wirtschaft ist sehr praxisorientiert, sodass ich in meiner Studienzeit ein Praktikum in Paris, in Goslar und eines in Hamburg absolvierte. Trotzdem habe ich mich immer mit meinem Heimatort verbunden gefühlt. Meine Bachelorarbeit schreibe ich deshalb über das Fachwerk-5eck in Südniedersachsen.

Am Anfang verfügte ich lediglich über einige Zeitungsartikel des Harz Kuriers. Um mehr Informationen zu bekommen, recherchierte ich mehrere Tage im Internet und verschlang sämtliche Artikel zu meinem neuen komplexen und spannenden Wunschthema. Innerhalb meiner Bachelorarbeit analysiere ich die Perspektiven des Fachwerk-5ecks. Dabei versuche ich sowohl die Potenziale als auch die momentanen Schwächen der Region zu erkennen. Außerdem beschäftige ich mich mit momentanen Trends im Tourismus, die einen Einfluss auf unsere Region haben. Hierbei fällt das Augenmerk auch auf den Tagestourismus. Ferner betrachte ich mögliche Wettbewerber-Regionen und versuche Maßnahmen im Hinblick auf zukünftige Angebote in unserer Region anzureißen. Die Fachwerkkultur lässt sich ebenfalls sehr gut mit Themen wie Kunst, Musik, Kulinarik und einem Aktivprogramm vereinen, welches das Public Event „Denkmal Kunst! Kunstdenkmal! in Hann. Münden bereits gezeigt hat.

Ich persönlich erhoffe mir generell, dass durch die Arbeit der Fachwerkmanagerin Frau Ulrichs und der PR-Assistentin Frau Hofmann, viele Bürger der fünf Fachwerkstädte für ihre Region begeistert werden können, die Einheimischen auch Angebote der Nachbarstädte wahrnehmen und ein Umdenken zum Selbstengagement erreicht wird. Zufriedene Bürger repräsentieren die Schönheit ihrer eigenen Region. Außerdem führen interessante Angebote unter einer Dachmarke bei guter Vermarktung zur verstärkten Wahrnehmung von außerhalb. Zudem wünsche ich mir, dass auf langfristige Sicht der Leerstand gerade in meiner Heimatstadt reduziert werden kann, sodass es wieder Spaß macht, in der Kleinstadt einkaufen zu gehen und seine Freizeit im lebendigen Fachwerk zu verbringen.

Zu Beginn meiner Arbeit traf ich mich mit Herrn Christiansen (erster Stadtrat von Osterode am Harz), der sich sehr viel Zeit für meine Fragen nahm und mir Einblicke in die Entstehung des Fachwerk-5ecks gewährte. Mir wurde dabei außerdem bewusst, dass das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit dem Antrag des Fachwerk-5ecks statt gegeben hat, da es sich um eine interkommunale Kooperation handelt, welche besonders förderungswürdig ist, zumal die Region des Fachwerk-5ecks bis jetzt immer im Schatten der Küstenregionen, der Heide und des Zentralharzes stand. Kurze Zeit darauf konnte ich außerdem ein weiteres Experteninterview mit Frau Hofmann und Frau Ulrichs in der Geschäftsstelle im Northeimer Rathaus führen.

Mein Blick für das Fachwerk wurde außerdem bei einer Innenstadtbegehung mit den Denkmalaktivisten Bernd Demandt und Patricia Kenar aus Hann. Münden geschärft. Ich bin schon unzählige Male durch die Osteroder Innenstadt gelaufen und habe Verwandten sowie Freunden die Stadt gezeigt, allerdings hatte ich die Verzierungen und geschnitzten Details an den Fachwerkfassaden noch nie so bewusst wahrgenommen wie an diesem Tag.