Ostflügel des St. Blasien-Komplexes

Von Juliane Hofmann

Der Ostflügel des St. Blasien-Komplexes wurde von der Stadt Northeim als Konzeptimmobilie für das Fachwerk-Fünfeck ausgewählt. Aus Projektmitteln wird für das Gebäude, in dem im Erdgeschoss das Bürgerbüro und der Bürgersaal der Stadt ansässig sind, ein Erschließungs- und Nutzungskonzept erstellt. Dabei soll sowohl die Barrierefreiheit wie auch die sinnvolle Nutzung derzeit leerstehender Gebäudeteile berücksichtigt werden.

Moderne Nutzung in
historischem Gemäuer

Im Obergeschoss der Immobilie befinden sich Büroräume, die durch eine ungünstige Aufteilung vergleichsweise gering genutzt werden. Im gleichen Stockwerk liegen oberhalb des Bürgersaales eine Wohnung sowie die Räumlichkeiten des Heimats- und Museumsvereines. Im 2. Obergeschoss befindet sich oberhalb der Kapelle das Standesamt mit dem Trauzimmer, das bisher nicht barrierefrei über einen Fahrstuhl zugänglich ist. Dazu gehört auch eine angemessene Eingangssituation. Ebenfalls im 2. Obergeschoss liegt eine zweite Wohnung, die Ende des vergangenen Jahres frei wurde und Renovierungsbedarf aufweist.

Die Stadt Northeim strebt für das gesamte Gebäude eine barrierefreie Erschließung, energetische Sanierung und ein Nutzungskonzept an.

Geschichtsträchtiger Ort

Das massive Erdgeschoss stellt die Reste der romanischen Nicolai-Kapelle aus der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts dar, in dessen Kellergewölben die Gebeine von Graf Otto von Northeim liegen. Der Fachwerk-
Aufbau wurde 1474 im gotischen Stil errichtet. Es handelt sich um Reste des ehemaligen Klosters St. Blasien, das vor 1000 Jahren von Benediktinermönchen gegründet wurde.
Zwischen Münsterplatz und City Center

Der St. Blasien-Komplex spielt durch seine Lage eine wichtige verbindende Rolle zwischen Innenstadt und City Center. Der angrenzende Münsterplatz wird zunehmend für Veranstaltungen genutzt und erfährt hohe Akzeptanz bei der Northeimer Bevölkerung. Parallel läuft die Bewerbung um Städtebaufördermittel aus dem Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“.

Im Rahmen des vom Bundesbauministerium geförderten Projektes Fachwerk-Fünf-
eck identifiziert jede der fünf beteiligten Städte eine sogenannte Konzeptimmobilie. Dabei handelt es sich jeweils um eine leerstehende oder untergenutzte Immobilie, für die ein Modernisierungs- oder Umnutzungskonzept erstellt wird. Ziel ist es, mit den erarbeiteten Plänen und Ideen einen Investor, Partner oder eine weitere Förderkulisse zu finden, mit deren Hilfe dann die Modernisierung umgesetzt werden kann.