Das Fachwerk-Fünfeck in Südniedersachsen

Strategie für fünf Städte mit baukulturellem Erbe

2-2Im Projekt Fachwerk-Fünfeck arbeiten die fünf Städte Duderstadt, Einbeck, Hann. Münden, Northeim und Osterode am Harz gemeinsam an einer Strategie zur Standort- und Wirtschaftsbelebung, um die südnieders.chsische Region zum Wohnen, Arbeiten und Leben für die Zukunft attraktiv zu gestalten. Das Projekt setzt neue Impulse für den Tourismus, die Gestaltung der Städte und die Wirtschaft. Es schärft zugleich das Bewusstsein für die Besonderheit des Kulturgutes Fachwerk. Der große Anteil schützenswerter Baudenkmäler ist prägend für die Region Südniedersachsen. Durch das Fachwerk- Fünfeck soll dies auch allen Bewohnern und Besuchern stärker vermittelt werden. Neben Studien und Konzepten spielt daher die Einbeziehung der Öffentlichkeit eine wichtige Rolle.

Fünf besondere Städte gemeinsam für die Region
Die fünf Städte im Fachwerk- Fünfeck sind wichtige Mittelzentren in Südniedersachsen, die seit Jahren eine enge Zusammenarbeit verbindet. Der hohe Anteil gut erhaltener, denkmalgeschützter Fachwerkhäuser aus acht Jahrhunderten ist ein Alleinstellungsmerkmal dieser Region. Jede der Städte verfügt über eine deutlich ablesbare Innenstadt mit größtenteils gut erhaltenem historischen Stadtgrundriss, Verteidigungs- und Wallanlagen. Der einzigartige Fachwerkbestand repräsentiert die Baukunst verschiedener Stilepochen und ist ein wichtiges kulturelles Erbe, das es zu erhalten gilt. Ziel des Projektes ist es daher auch, aufzuzeigen, wie die Städte modernen Ansprüchen entsprechend weiterentwickelt werden können. Dabei gilt es, die besondere Identität zu erhalten und auszubauen und zugleich die Wertschätzung des Fachwerk-Bestands durch die Eigentümer und Bewohner zu erhöhen.

3-2
Interkommunale Zusammenarbeit leben die Bürgermeister des Fachwerk-Fünfecks: Hans-Erich Tannhäuser (Northeim), Wolfgang Nolte (Duderstadt), Dr. Sabine Michalek (Einbeck), Klaus Becker (Osterode am Harz) und Harald Wegener (Hann. Münden). Foto: Niklas Richter

Die Akteure im Fachwerk-Fünfeck
Im August 2015 wurde die Geschäftsstelle des Fachwerk- Fünfecks im zentral gelegenen Northeim eröffnet. Sie vertritt die Interessen aller beteiligten Städte, betreibt Vernetzungsarbeit und koordiniert Maßnahmen. Das interkommunale Projekt Fachwerk-Fünfeck wurde vom Bundesbauministerium (BMUB) in das Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ aufgenommen. Projektverantwortliche sind die fünf Bürgermeister und die Vertreter der städtischen Baufachämter. Gemeinsam werden Maßnahmen aus den Handlungsfeldern Fachwerk-Stadt, Fachwerk-Tourismus, Fachwerk- Kompetenz, Fachwerk-Kulturerbe und Fachwerk-Marketing geplant. So starteten bereits Mitte Oktober 2015 die Vermessungsarbeiten der Einbekker „Magistrale der Baukultur“. Die Verbindung vom Bahnhof zum PS.SPEICHER durch die Einbecker Innenstadt ist ein beispielhaftes Projekt der Stadtentwicklung, dessen Planungsüberlegungen auch auf die anderen vier Städte im Fünfeck übertragbar sind. Teil der Planungsarbeiten ist eine großangelegte Bürgerbeteiligung. Dazu haben das örtliche Bauamt und das beauftragte Planungsbüro Gespräche mit Anwohnern und verschiedenen Interessensgruppen geführt und die Erkenntnisse in die Planung eingearbeitet. Parallel hat Mitte November 2015 der Fachwerk-Experte Professor Manfred Gerner mit einem Gutachten der Fachwerk- Bestände aller fünf Innenstädte begonnen. Er wird darin auf Gemeinsamkeiten und Besonderheiten des südnieders.chsischen Fachwerks aus sieben Jahrhunderten eingehen. Ergebnisse der Untersuchungen werden bis Ende Februar erwartet. An verschiedenen weiteren Projekte aus den Bereichen Tourismus, Stadtentwicklung und Stadtmarketing wird zur Zeit parallel gearbeitet. Bis zum Ende der Förderperiode im Sommer 2017 sind außerdem verschiedene Informationsund Beteiligungsveranstaltungen geplant.

Im Fünfeck denken
Aktive Bürger haben den „Fünfeck- Gedanken“ bereits aufgegriffen und beginnen sich zu vernetzen. Besonders zu erwähnen ist das Denkmalkunst-Festival, das im Oktober 2017 in allen fünf Städten des Fachwerk-Fünfecks stattfinden wird. Ziel ist es, durch die Ausstellung von Kunst, Musik und Abendveranstaltungen leerstehende und untergenutzte Immobilien in einem neuen Licht zu zeigen und dadurch einer neuen Nutzung zuzuführen. Aktive, interessierte Bürger sind eingeladen, sich an der Vorbereitung und der Durchführung des Festivals zu beteiligen.