Fachwerk-Experte Professor Manfred Gerner

Studie soll Baukultur fördern

14-2Was haben die Fachwerkbauten der fünf Städte Duderstadt, Einbeck, Hann. Münden, Northeim und Osterode am Harz gemeinsam? Alleinstellungsmerkmale der Fachwerkkunst, die als regionale Identität dargestellt werden wollen und sie haben auch das Potenzial dazu! Die Geschäftsstelle des Regionsprojektes Fachwerk-Fünfeck hat den Fachwerk-Experten Professor Manfred Gerner beauftragt ein Gutachten zu erstellen, bei dem die Besonderheiten der südnieders.chsischen Baukultur unter die Lupe genommen werden. Unsere Fachwerkhäuser, mit Geschichte aus sieben Jahrhunderten und märchenhafter Baukunst, werden wissenschaftlich untersucht sowie in den nationalen und den internationalen Kontext eingeordnet. Professor Manfred Gerner interessieren die Besonderheiten der Bauweisen jeder einzelnen Stadt, die durch das Leben ihrer Bewohner im Mittelalter geprägt sind. Das vorhandene Wissen der Baufachämter, ergänzt durch eigene Begutachtungen vor Ort, sind die Grundlage des Gutachtens. „Rund 60 bis 80 Seiten sind in der Ausarbeitung und eines kann ich bereits sagen, die fünf Städte passen in Quantiät und Qualität enorm gut zusammen.“ so Gerner´s Resümee.So verschieden wie die Städte in ihrem Fachwerkbestand, gemessen an den Jahrhunderten, auch sind, ihre Ressourcen sind nicht voll ausgeschöpft und die individuelle Identität gilt es herauszuarbeiten. „Northeim musste viele Stadtbrände überstehen und schmückt sich mit klassizistischen Gebäuden. Hier gilt es das jüngere Fachwerk aus Gotik und Frührenaissance deutlicher im Stadtbild herauszustellen.“ so ein Lösungsvorschlag von Prof. M. Gerner. Für alle fünf Städte gilt – den eher unhistorischen Grundton Braun durch Farbe am Fachwerk weichen zu lassen. Untersuchungen zeigen, dass in früheren Zeiten bis zu zwei Farben verwendet wurden. Manfred Gerner ist Autor zahlreicher Publikationen zu Fachwerk, Holzbau und Denkmalpflege. Der Architekt und Dozent ist seit über 40 Jahren in der Denkmalpflege, insbesondere von Fachwerkbauten tätig. Er gilt als Initiator etlicher Verbände und Institutionen, die sich der Pflege und Erhaltung von denkmalgeschützten Fachwerkhäusern widmen. Die Studie wird eine wichtige Grundlage für die Region, um die regionale Baukultur zu fördern. In den nächsten Wochen werden die kompletten Ergebnisse in der Öffentlichkeit vorgestellt.