Open-Air-Theaterprojekt für und mit der Stadt Northeim sucht Unterstützer

„Versunkene Stadt“ ein Teilprojekt des Festivals

1Etwas Spannendes ist für 2017 in Arbeit. In dem Projekt „Versunkene Stadt“ soll mit Gruppen aus allen Bevölkerungskreisen Northeims auf eine künstlerische Forschungs- und Entdeckungsreise gehen, die die Stadt Northeim zum Thema, Ziel und Aktionsgebiet hat. Als künstlerisches Sinnbild und Bühne für die  Forschungsreise soll das U-Boot zum Einsatz kommen.

Das Bild der versunkenen Stadt ist einerseits romantisch und spricht die Entdeckungslust in jedem an und die Hoffnung, verborgene Schätze zu finden. Es verweist aber gleichzeitig auf eine Katastrophe, nämlich den Untergang einer Stadt. Ausgangspunkt für die Idee und dieses Bild ist die aktuelle politische und gesellschaftliche Lage in Northeim, die sicherlich vergleichbar ist mit der anderer kleiner Kreisstädte im ländlichen Raum: die Kommune hat wenig Geld, Schuldenbremse und demografischer Wandel führen zu immer mehr Leerständen bei den Geschäften und zum Verfall historischer Fachwerkhäuser. Die Fußgängerzone und öffentliche Plätze, auch Spielplätze, verkommen. Hinzu kommen aktuelle Herausforderungen wie die Unterbringung und Integration geflüchteter Menschen. Ein Konsens über den Umgang mit all diesen Problemen oder gar Lösungsstrategien ist unter den politischen und gesellschaftlichen Akteuren nicht gegeben, es herrscht kein gutes Miteinander, die Parteien streiten, die BürgerInnen ziehen sich mehrheitlich ins Private zurück. Der vorherrschende Eindruck ist: nichts geht mehr, die Städte ertrinken in den Problemen, Land unter. „Wir möchten mit Gruppen bzw. Vereinen aus der Stadt auf Forschungsreise gehen und durch verschiedene kreative Ansätze die Situation darstellen und mögliche Lösungen durchspielen. Jede Gruppe kann ihre eigene Herangehensweise wählen, alle aber arbeiten an derselben Problemstellung. Dadurch hoffen wir, die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen miteinander ins Gespräch zu bringen und die Aufgaben als gemeinsame Verantwortung zu sehen.“ so Ruth Brockhausen.

Das Theater der Nacht ist ein Haus für Figurentheater und soziokulturelles Zentrum, das sich seit seiner Gründung im Jahr 2001 als eine feste kulturelle Größe in der Region etabliert hat. Träger des Hauses ist der gemeinnützige Theater der Nacht e.V. Er beschäftigt neben der Theaterleitung, die Ruth und Heiko Brockhausen inne haben, 10 feste und freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, jährlich 2-3 PraktikantInnen und eine/n Freiwillige/n im FSJ Kultur.

Diese werden unterstützt durch ein Team von ca. 30 Ehrenamtlichen, die vornehmlich im Theatercafé, Vorverkauf und der Veranstaltungsbetreuung eingesetzt werden. Der Förderverein mit z.Zt. 762 Mitgliedern trägt mit ca. 30.000,- € jährlich entscheidend zum finanziellen Überleben bei. Das Theater der Nacht erhält außer einer zeitlich befristete Strukturförderung des Landschaftsverbandes Südniedersachsen keine institutionelle Förderung. Die Eintrittseinnahmen aus den Vorstellungen decken nicht die laufenden Kosten. Für die Durchführung von Projekten ist es auf Zuschüsse angewiesen. Für die „Versunkene Stadt“ fehlen noch rund 10.000 €. Das Projekt gliedert sich in vier Phasen wie die Festlegung der teilnehmenden Gruppen, Instandsetzung U-Boot, Phase der  „Lageforschung“, in der mit vorbereiteten Fragestellungen an die verschiedenen Gruppen herangetreten wird, die diese auf künstlerisch-kreative Weise im Stadtraum „beantworten“. Die Gruppen erhalten zur Unterstützung einen Coach. Die Abschlussphase, begleitet von intensiver Öffentlichkeitsarbeit, in der mit Hilfe professioneller KünstlerInnen ein theatralisch-performatives Szenario entwickelt wird, das alle beteiligten Gruppen einbindet und in einer großen öffentlichen Openair-Veranstaltung noch einmal zu Wort, Musik, Spiel und Tanz kommen lässt.

Dieses Projekt soll auch am Abschlusstag des DenkmalKunst-Festival, dem 8.10.2017, in Northeim aufgeführt werden.