Voneinander lernen und auf Augenhöhe begegnen

Städte im Fachwerk5Eck pflegen lange Tradition der Städtepartnerschaften

In Dransfeld weisen Entfernungsschilder auf die partnerschaftlichen Beziehungen hin. Foto: Stobbe

Städtepartnerschaften haben eine lange Tradition. Diese Tradition wird auch in den Städten des Fachwerk5Ecks ausgiebig gepflegt. So unterhält Einbeck beispielsweise bereits seit 1962 eine enge Freundschaft zu Thiais in Frankreich. Osterode am Harz ist mit Ostroda in Polen verbunden und Northeim ist jetzt sogar dem „Bündnis Niedersachsen für Europa“ beigetreten, um zu verdeutlichen, dass die partnerschaftlichen Beziehungen zu den europäischen Nachbarn für Northeim von großer Bedeutung sind. Doch welchen Sinn haben eigentlich Städtepartnerschaften?

Abschlussfoto vor der „Alten Wache“ in Northeim anlässlich des Pfingsttreffens der Bundesheimatgruppe Neustadt Oberschlesien.

Die Niedersächsische Landesregierung hat gemeinsam mit weiteren Institutionen Anfang des Jahres einen Aufruf zur Beteiligung am Bündnis „Niedersachsen für Europa“ gestartet. Seit 1975 ist die Stadt Northeim Europastadt und pflegt seit 1967 eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Tourlaville, seit 1990 mit der polnischen Stadt Prudnik und seit 1992 mit der österreichischen Stadt Gallneukirchen. Außerdem hat Northeim für die Vertriebenen – organisiert in der „Bundesheimatgruppe Neustadt/Oberschlesien“ (jetzt Prudnik) – die Patenschaft übernommen. Andere Städte sind gleichermaßen engagiert und Klaus Becker, Bürgermeister von Osterode am Harz, nennt hier einen ganz wichtigen Grund für städtepartnerschaftliches Engagement: „Wir diskutieren kommunale Themen, um voneinander zu lernen.“ Hier konzentrieren sich die Städte an den SDG’s, den Sustainable Development Goals, also den nachhaltigen Entwicklungszielen, die von den Vereinten Nationen in der Agenda 2030 vorgegeben sind. Osterode am Harz pflegt enge Partnerschaften mit Armentières in Frankreich und mit Ostroda in Polen. Im letzten Jahr wurde eine Städtefreundschaft mit Kaolack im Senegal aufgebaut. „Mit den Partnerschaften übernehmen wir unsere kommunale Pflicht aus der Agenda 2030, das ‚Haus Europa‘ mit Leben zu erfüllen sowie uns mit Kommunen aus dem globalen Süden auf Augenhöhe abzustimmen. Besonders der Jugendaustausch liegt uns dabei am Herzen“, so Becker auf Fünfeck.Spueren Nachfrage. In diesem Jahr plant Osterode am Harz noch Delegationsreisen des Rates zu den Partnern, auch sind Schüleraustausche vorgesehen. Außerdem wird eine Gruppe von Fachleuten in den Senegal reisen, um sich zu den Themen nachhaltige Forstwirtschaft und Hochwasserschutz auszutauschen. Und: Beim DKKD-Festival im Sommer in Osterode werden Künstlergruppen aus Ostroda, Armentières und Kaolack mit dabei sein.

Die Verbindungen, die Einbeck zu seinen Partnerstädten in Frankreich, Österreich, Thüringen, Polen und New Hampshire (USA) pflegt, dienen dem gegenseitigen Verständnis und Kennenlernen. Die Partnerschaft zu Thiais (Frankreich) zeigt auch die kommunalpolitische Dimension: Die Freundschaft wurde 1962 im Rahmen der großen Versöhnungsbewegung nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Ziel war es, die Verständigung und Freundschaft zwischen dem deutschen und französischen Volk zu fördern und damit zur europäischen Einigung beizutragen. Diese Verbindung wird seit nunmehr 57 Jahren intensiv gelebt und von vielen Beteiligten in beiden Städten mitgetragen. Das funktioniert allerdings nur, wenn sich die amtierenden Bürgermeister der Städte immer auch für den Fortbestand der Partnerschaftsaktiviäten einsetzen. Der städtepartnerschaftliche Veranstaltungskalender ist auch in Einbeck gut gefüllt. So hat es beispielsweise im März eine Teilnahme der Einbecker am Karnevalsumzug in Thiais mit Ausschank von Einbecker Bier gegeben. (sto.)